Anfang November haben wir (Mitglieder des VFDB-OV Z16 Regensburg) uns in unseren Clubräumlichkeiten getroffen um endlich den schon lange geplanten Umbau des C5`s (Softwaremod unter Beibehaltung des Digitalteils und des Duplexfilters nach Jan, DO1FJN) in Angriff zu nehmen. Ausreichend Motivation, Umbaumaterial (-sätze), C5`s waren schon lange vorhanden. Der hier nur grob angeschnitte Umbau beruht auf “ReversEngenieering”-Aktivitäten verschiedenster OMs um Jan DO1FJN um überhaupt dieses Projekt auf den heutigen Stand zu bringen vergingen mehrere Jahre. 

Hier einige Eindrücke und Bilder:

Nach dem alles ausgepackt war und der Funktionstest des umzubauenden Geräts erfolgreich durchgeführt wurde, konnte es aufgeschraubt und die Hauptplatine (wir hatte nur neuere Versionen mit DSP 56002, TAE-Zusatzmodul, Office) ausgebaut werden:

Hier gut zu sehen (Platinenoberseite):

 der Duplexfilter,

der blaue Endstufentreiber,

 

die (noch) eingelöteten SAW-Filter der Sendestufe.

der VCO

das Netzteil

der DSP 56002

EEProm (je nach HW-Version bestückt)

und Pads des ehemaligen Flashbausteins (ist je nach HW-Version (Office) bestückt oder nicht hier wird später der Flash 29F040 seinen Platz finden.

Mit einem möglichst grossen (mind. 100W) Lötkolben wird nun der Duplexfilter von der Platine entfernt. Ging bei allen glatt ;-)

 

 

Hier die (noch) eingebauten SAW-Filter der Sendestufe

 

Und hier sind sind schon ausgelötet Ebenfalls mit dem großen Lötkolben und reichlich frischem Zinn.

Dann wird (je nach Version) der EEProm und der Flashbaustein aus der Platine entfernt. Die Methode alle Beinchen mit dem Messer zu kappen erwies sich als die Beste, Einfachste und Sicherste. Hier ist das PLCC-Pad bereits frei und sauber. Der EEProm ist noch an seiner ursprünglichen Stelle.

Hier das Ganze in der Daufsicht. Der Lackdraht wurde bereits mit Heisskleber auf der Platine fixiert und der Flashbaustein 29F040 (vorprogrammiert mit SC5BOS, SUP-Version und Hilfsprogramm für VCO Adjust) in den Sockel eingesetzt. Schliesset man nun das Netzteil und den Hörer an kann ein erster Funktionstest gemacht werden. Beim Einschalten meldet sich das Gerät mit der SUP-Version am Hörer.

 

 

 

 

Damit später ein Softwareupdate überhaupt möglich ist, muss noch die WriteEnable Leitung gelegt, der PullUp Widerstand R885 entfernt (Pin31 des Flash) werden. Der Pin 31 wird dabei mit Pin 27 (WE) des SRAMS mit CU-Lackdraht verbunden. Im Anschluss werden noch 2x 0_Ohm SMD Widerstände (1204-Reihe) an den mit gelben Kreis markierten Pads aufgelötet.

Punkt 1 markiert den zu entfernenden PullUp-Widerstand

Punkt 2 ist zur fixiertung des Lackdrahts mit Heisskleber.

Bevor nun die Fassung aufgelötet werden kann muss noch die Leiterbahn zwischen dem Pin A18 und der Durchkontaktierung aufgetrennt werden (Teppichmesser und Nachmessen)

 

Dieser Pin (rote Markierung) wird nun mit Pin A18 des µControllers (der 8te von Links) mit Kupferlackdraht verbunden.

Zum Verbinden des roten Pins gibt es die möglichkeit diesen auf der Platine zu verlöten (und Pin des Sockels) oder man kann den Pin des Sockels nach aussen biegen und dann verlöten. Es hat sich beides als praktikabel herausgestellt. Bei der 2ten Methode ist darauf zu achten daß der Pin später das Abschirmblech nicht berührt.

Die Resonanzfrequenz des Oszillators muss für unsere Zwecke um gut 30MHz verringert werden. Hierfür wird das alte Anschlussbein vorsichtig!!!! entfernt. Ein ca. 9mm langer 0,6mm im Durchmesser Lackdraht um einen 3,5mm Bohrer gewickelt und diese resultierende 3/4Windung an das Anschlussbein angelötet (größere Induktivität).

Um einen größeren Abstimmbereich zu erhalten muss der im Bild bereits ausgelötet C mit einem C 18µF ersetzt werden.

Das viereckige weisse Bauteil ist der Trimmer mit dem später der Oszillator fein abgeglichen werden kann.

Da sich herausgestellt hat, dass während des Betriebs durch Wärme der Oszillator Schwierigkeiten bereiten kann ist an Punkt 3 ein 2,2 pF C einzusetzen. Dieser optimiert die VCO-Leistung auch bei höheren Temperaturen deutlich.

Nun kann der VCO abgeglichen und ein Empfangs- und Modulationstest durchgeführt werden.

Damit später Helix- und SAW-Filter funtionieren müssen die drei L-s 304, 309, 310 entfernt werden.

Der aufgebaute, aufgelötete Helixfilter und der SAW Filter (Mittenfrequenz 435MHz) sieht nachher so aus.

Nun wird der Duplexfilter abgeglichen. Es wird nur noch der TX-Zweig der Weiche für Senden UND Empfangen verwendet. Der RX-Zweig braucht dadurch nicht mehr abgeglichen werden.

Zu diesen Zweck schliesst man einen Wobblegenerator an. Bandbreite 10MHz und verschiebt die Durchlasskurve des Filters auf 430-440MHz. Wir haben in allen Fällen es geschafft einen Bandpassfilter zu bekommen mit einer Dämpfung von <-2dB. Zu 430MHz hin nimmt die Dämpfung leicht ab, Ab 440MHz nimmt die Dämpfung stark zu.

Nun wird die Induktivität und der LC-Filter eingebaut. Achtung Loch für Abschirmblech grösszügig freihalten.

 

 

Der Helix- und SAW-Filter sind unten links auch gut zu sehen.

Nach Einbau der Lambda/4 Leitung und der Sende- Empfangsumschaltung sieht das Ganze so aus. Die Beschriftung am Duplexfilter zeigt die Anordnung der oberen Abstimmlöcher (Folie wurde nur mit Lötkolben weggeschmolzen.)

Achtung Wichtig (ich spreche aus Erfahrung): Vor dem ersten Senden die Sende- Empfangsumschaltung durchmessen. An den Dioden muss in Durchlassrichtung 0,6V Uf gemessen werden. Ebenso muss der Weg vom VTX zum PA-Out 270Ohm aufweisen. (über den LC-Tiefpass. Danach kann mit kleinster Sendeleistung eine Spannung von ca. 1,4 - 1,7V am 270Ohm R gemessen werden.

Was war bei mir passiert: Beim Auflöten der BA682 (VHF-Schaltdiode SMD) auf der Platinenrückseite gegen Masse und zur Durchkontaktierung musste mit einem sehr großen Lötkolben wegen der großflächigen Masse (Wärmeabfuhr durch CU) gearbeitet werden. Beim späteren Anlöten der Lambda-4-Leitung war die Wärme zwar ausreichend eine mechanische aber keine elektrische Verbindung des Lötzinns herzustellen. Somit kam die volle Spannung am Eingangskreis an (ca. 12-14V) und hat den ersten Mischer zerstört. 

Um später die Netz- bzw Batteriespannung angezeigt zu bekommen wird diese über einen Vorwiderstand an einen freien Kanal des A/D-Wanders angeschlossen.

Abschliessend wird noch die Antenne modifiziert. Die Antenne ist in ihrer Urform auf 457MHz +/-5,5MHz in Resonaz: 2 1/2 Lagen Schrumpfschlauch verschieben die Resonanzfrequenz durch den kapazitiven Einfluss nach unten. Bei 430 und 440 MHz werden -14dB Anpassung erreicht. In Bandmitte steigt die Anpassung auf über -38dB.

Abschluss:

Alles in Allem hat nach verschiedensten Fehlern, jeder sein C5 funktionsfähig in einen 70cm Amateurfunktranseiver umgebaut.Wir sind wieder eine positive Erfahrung reicher und motiviert den einen oder anderen Umbau in Angriff zu nehmen. Zunächst werden noch ein paar C5 für unsere Clubstation umgebaut. Mit den gesammelten Infos kann der Umbau pro Gerät mittlerweile in 3h bewerkstelligt werden.